‚Krippale‘ Leidenschaft mit Geduld und Liebe zum Detail

Erstellt von Gerhard R. am
Erwin Zorn - Krippenbaumeister aus Laakirchen

Erwin Zorn aus Laakirchen ist einer der wenigen Krippenbaumeister in unseren Breiten

„Nur mit viel Geduld entsteht eine gute Krippe“ verrät Erwin Zorn (74) aus Matzing, Laakirchen. Geduld, Hingabe und Liebe zum Detail prägen nicht nur seine kunstvollen Krippen, sondern auch seinen Lebensweg. Erst in einem späteren Lebensabschnitt entschied sich der pensionierte Schulwart, einen Krippenbaumeisterkurs zu absolvieren. Bis heute baut er mit viel Erfahrung und Geduld, wahre Meisterstücke, mit viel Hingabe und Liebe zum Detail.

Nachdem Erwin Zorn jahrelang mit dem LKW unterwegs war, zog es den gelernten Maurer in den Gemeindedienst. Dort war er 23 Jahre lang tätig, 20 Jahre davon als Schulwart in der Laakirchner Schule. Er hat sein Leben gern handwerklich gearbeitet und auch an seinem Haus selbst viel Hand angelegt. So übte auch der Krippenbau für ihn schon immer eine faszinierende Anziehungskraft aus. 

Der bereits verstorbene und damalige Volksschullehrer Lothar Zangl hat ihn schließlich motiviert, einen Krippenkurs im Schloß Weinberg zu absolvieren. Anschließend fuhr Zorn zwei Jahre lang nach Bad Ischl zum Krippenbauverein. Nicht umsonst, denn die Absolvierung der Landeskrippenbauschule mit Meisterlehrgang ist streng geregelt. Nur ein Obmann eines Krippenbauvereins kann einen Teilnehmer nominieren und anmelden. Und so kam es, dass der damalig 58 Jahre alte Erwin Zorn im Jahr 2009 den Krippenbaumeister in Geboltskirchen absolvierte. 

„Begonnen haben wir mit acht Personen, nach vier intensiven Jahren waren wir nur mehr drei Absolventen“ erzählt er stolz und zeigt neben der Urkunde sein Meisterstück: Eine orientalische Krippe, mit Brunnen, Stadttor, Hirtenfeld und verschiedenen Ebenen. Gerade mal 40 Stunden hatte er damals Zeit, um sein Meisterstück zu fertigen. Jetzt geht er den Krippenbau wesentlich entspannter an. In seiner kleinen Werkstatt entstehen so wahre Meisterstücke, in verschiedenen Größen. 

Der Josef ist das Maß einer guten Krippe

„Zeig mir den Josef, und ich bau dir danach die Krippe“, verrät er schmunzelnd sein Geheimnis. Denn beim Krippenbau ist nicht das Jesuskind, sondern Josef das Maß aller Dinge – seine Größe bestimmt die Proportionen des gesamten Werkes. Die Ideen für seine Meisterstücke kommen ihm beim Gassigehen oder im Alltag, beim Beobachten der Natur, im stillen Moment des Alltags. Und manchmal, so gesteht er, reißt er auch ein fast fertiges Stück wieder ab, um es neu zu beginnen. „Eine Krippe braucht Zeit. Und Geduld. Nur so entsteht etwas, das Bestand hat.“

In unserer Region ist Erwin Zorn heute nahezu der einzige Krippenbaumeister – der nächste lebt erst in Neukirchen bei Altmünster. Wer eine seiner liebevoll gestalteten Krippen erwerben oder eine ganz persönliche anfertigen lassen möchte, sollte ihn am besten direkt anrufen – ganz klassisch, ohne Handy oder E-Mail, wie es seiner bodenständigen Art entspricht: Telefon 07613 / 2713.

 

Fotos (vorchdorfmedia): Sein Meisterstück zur Prüfung musste er in 40 Stunden fertigen. Heute lässt sich Krippenbaumeister Erwin Zorn (74) wesentlich mehr Zeit beim Krippenbau. 

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Gemeinde