Architekturkonzept für Bildungscampus präsentiert

Erstellt von Gerhard R. am

Das Bildungssystem steht vor großen Herausforderungen, davon sind die Vorchdorfer Gemeindeväter überzeugt. Durch die Spezialisierung auf Musik und Bewegung ist in den Vorchdorfer Schulen bereits viel geschehen. Mit dem Konzept des Bildungscampus könnte ein Sprung in ein neues Zeitalter gelingen. Die Möglichkeiten reichen von Bildungs-Clustern bis hin zu einer Maturaklasse für Lehrlinge (Matura mit Lehre). Nach dem Startschuss 2014 mit zweistufigem Architekturwettbewerb kristallisierte sich ein Projektsieger heraus. Die ARGE Steinkellner & Partner mit GParchitektur überzeugte mit ihrem Konzept rund um ein „Neues Herz“. Dieses neue Gebäude soll als zentraler Bauteil des Bildungscampus dienen, die Schultypen verbinden und neuen öffentlichen Raum schaffen. 

Die Architekturbüros aus Perg und Wien haben die Jury überzeugt. Klaus Steinkellner und Georg Pamperl haben einen Entwurf eingereicht, bei dem sie auf die Analogie eines Organismus mit Herz und Adern zurückgreifen. Im Zentrum des künftigen Schulcampus sehen die Diplomarchitekten das „Neue Herz“ auf insgesamt drei Etagen. Im Rahmen des Ostermontag-Kirtags 2018 präsentierten sie ihr Konzept in der Kitzmantelfabrik der Öffentlichkeit.

Offenes neues Zentrum

Das Erdgeschoß des modernen Baus dient als zentraler Treffpunkt für Besucher und Schulformen und ist deshalb als großzügiger und niederschwelliger Raum konzipiert. Mit der Einbindung zum außenliegenden Platz soll die Öffentlichkeitsfunktion des Campus zusätzlich unterstrichen werden. Ein flexibles Raumkonzept schafft eine Aula, die für verschiedene Anlässe adaptiert werden kann. Die bestehende Sporthalle soll mit einem direkten Zugang eingebunden werden. 

Im ersten Obergeschoß des „Herzens“ befinden sich um einen offenen Treffpunkt die zentrale Bibliothek mit Medienraum der Volksschule, sowie die Direktionen der Schulen. Hier treffen Neue Mittelschule und Volksschule aufeinander. 

Im zweiten Obergeschoß sind die öffentlichen Bereiche der Landesmusikschule sowie ergänzende Pausen- und Aufenthaltsflächen der Neuen Mittelschule inklusive großzügiger Terrasse geplant. Das Konzept sieht hier einen Saal für die musische Ausbildung bzw. Musiksall der Neuen Mittelschule vor und kann mit dem angrenzenden Ensembleraum für größere Veranstaltungen zusammengeschlossen werden. 

Adaptierung des Schulgebäudes

Während das zentrale „Herz“ neu gebaut werden soll, schlagen die Architekten für das restliche Gebäude eine optimierte Nutzung vor. Die Herausforderung war hierbei, die Strukturen einer typische „Kasernenschule“ im Sinne einer zukunftsorientierten Ausbildungsstätte mit Clustern aufzubrechen, so DI Georg Pamperl. Während im Westtrakt im Erd- und 1. Obergeschoß die Volksschule mit ihren Klassen und Clustern Platz findet, ist der Ostflügel für die Bereiche der Neuen Mittelschule auf drei Ebenen konzipiert. Im zweiten Obergeschoß des Westtraktes sollen Räumlichkeiten für Matura mit Lehre sowie Landesmusikschule entstehen. 

Für die Haustechnik schlagen die Architekturbüros Steinkellner & Partner und GParchitektur das Konzept einer freien natürlichen automatisierten Fensterschlitzlüftung vor. Es soll nur jene Luftmenge abgelüftet werden, die der Abwärme der Personen entspricht. Dieses äußerst nachhaltige und ressourcenschonende System kann bei einem Fenstertausch für die Bestandsgebäude berücksichtigt werden.

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Gemeinde