Pensionisten san trawig...
In Vorchdorf is’ fast scho’ wia in da Stadt
wei’ koana mehr die Ruhe hat
ois Fuaßgänga kannst schier net über d’ Straß’n
kaum Kavaliere, dö di’ umi lass’n
manche Leit’ rennan nervös durch’n Ort
da oane wechselt mi’n andern koa Wort.
Pensionist’n – wia i’ – san besonders in Eile
(is’ eh vü’ besser wia Langeweile)
am Freitag stürz’ i’ mi’ eini in’ Rumm’l
brich auf zu an Vorchdorfer Einkaufsbumm’l
vom Fischerturm renn’ i’ zum Erl umi
(fia d’ Waschmaschin brauch i’ an Dichtungsgummi)
a Bekannter griaßt flüchtig, draht si’ um und schreit:
„Was rennst denn so, hast eh so vü' Zeit!“.
Dort woar i’ nu net, da muaß i’ nu’ hin
woar fast 30 Minut’n beim Plaichinger drin
einkauft hab’ i’ nu lang net gnua
in fünf Minut’n sperrt da Fischer zua
Blumen soll i’ a’ nu besorg’n
Allerheiligen is’ ja scho’ übermorg’n
bin vor dö Feichta’ besonders in Eile
gottlob grenzt da Friedhof an d’ Einkaufsmeile.
Im Laufschritt jetzt g’schwind zum Bäcker am Eck
am End’ san die letzt’n Semmeln scho’ weg
jetzt hab’ i's gschafft – und hätt' fast vergess'n
beim Ziagöbeck bin i' heit’ nu’ net g'sess’n
dort wird diskutiert, es rennt da Schmäh
i' trink an Kaffee, zahl’ glei' und geh.
Vü z’spät kumm i’ schließli’ zum Unimarkt
wo seit oana Stund mei’ Frau scho’ wart…
Die heitige Zeit is’ schnelllebig wor’n
Bedächtigkeit ham’ ma’ großteils verlor’n.
Ja, dö Hektik is’ überall präsent
a jeder hastet, a jeder rennt
und trotzdem is’ Vorchdorf a traumhafter Fleck
bald 60 Jahr bin i’ da – und mecht nimma weg!
Kurt Oberhumer
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